"Scillamännle"
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Der Name Scillamännle
leitet sich von der unter strengem Naturschutz stehenden Scillablume ab.
Diese Blume blüht und gedeiht fast ausschließlich in dem nahe
bei Hofen gelegenen Scillawald. Fast nirgendwo auf der Stuttgarter Markung
ist diese seltene Blume sonst noch in dieser Üppigkeit anzutreffen.
Die Verantwortlichen der Maskengruppe
Zum Hintergrund der Hofener Scillamännle und ein bisserl was zum Greadeffele Unweit von Hofen blüht im Scillawald der unter strengem Naturschutz stehende Blaustern in einer Üppigkeit, die sonst nirgendwo auf der Stuttgarter Markung vorkommt. Diese Lilien mit dem biologischen Namen "Scilla", die bereits in der Vergangenheit Hofen bekannt machten, dienten als Vorbild für die Hofener Scillamännle. Das Scillamännle stellt mit seinem ganzen Häs (=Gewand) ein Abbild der Scillablume dar. Das Plätzlesgewand, gehalten in den Grundfarben grün und braun, symbolisiert den Stiel der Blume. Eine freundliche, jedoch auch knitz dreinblickende und aus Lindenholz geschnitzte Maske bildet den Blickfang. Das in den Farben blau, rosa und purpur gehaltene Kopftuch stellt die Blüte dar. Die Scillamännle sind also keine Schreckengestalten, die der Vertreibung der Winterdämonen dienen sollen, sondern den Frühling und auch die Bodenständigkeit darstellende Hästräger. Die Scillamännle repräsentieren die Hofener Fasnet auch weit über die Stuttgarter Grenzen hinaus. Unterstützt werden Sie dabei von der Scillamusik, den Narensamen, den Scillazwiebeln und der Tanzgarde. Eine wichtige Figur der Hofener Fasnet darf bei dieser Aufzählung natürlich nicht vergessen werden. Es handelt sich hier um das Greadeffele, die Symbolfigur. Das Greadeffele (Volksmund= grüne Pantoffel) ist eine im Mittelalter historisch belegte Hofdame. Sie war einst stolze Gemahlin in der Burg zu Hofen und wurde wegen Untreue von ihrem Ritter verbannt. Sie irrte daraufhin lange Zeit über die Felder und Wiesen in Hofen, wo sie ihr kärgliches Dasein fristen musste und und vom unsteten Wandern schließlich grüne Schuhe bekam. Heute wird alljährlich ein junges Hofener Mädchen als Greadeffele zu Beginn der Kampagne in der Burgruine zu Hofen erweckt, wobei es als Hofens größtes Geheimnis gilt, wer jeweils die Auserwählte ist. Sie regiert über die Hofener Scillamännle von ihrer Erweckung Anfang Januar bis Aschermittwoch. Dann zieht sie sich wieder bis zur nächsten Fasnet in ihr Verlies in der Hofener Burgruine zurück. Die Scillamännle sehen sich - anders als manch andere Maskenträger in unserer Region - stark in der Tradition der schwäbisch-alemannischen Fasnet verwurzelt. So wird man in Hofen vor dem 6. Januar, der alljährlich das Startzeichen für diese urtümliche und gewachsene Fasnet gibt, kein Scillamännle in seinem Häs in der Öffentlichkeit sehen. Ab diesem Zeitpunkt gibt es aber kein Halten mehr. Sie beziehen sich auf den
Blaustern ( lat.- griech.= Scilla ), eine unter Naturschutz stehende Lilienart,
die im Scillawald nahe Hofen in großer Zahl vorkommt. Die Symbolfigur der Scillamännle
ist das Greadeffele (die im Gewand einer Hofdame auftritt). Scilla (grch. skilla "Meerzwiebel"), Blaustern, Meerzwiebel, Pflanzengatt. der Fam. Der Liliazeen mit etwa 100 Arten; ausdauernde Zwiebelpflanzen mit linealischen, grundständigen, unten langscheidigen Blättern und Trauben oder Doldentrauben blauer bis rötlicher (weißer) Blüten. In Mitteleuropa sind heimisch: zweiblättrige Meerzwiebel (S. bifolia, Taubenkropf, Stern-, Fasten-, Märzblume, Ramsel, Sternhyazinthe), bis 0,2 m hoch, mit azurblauen, sternförmigen Blüten in zwei- bis fünfblütiger Traub, Vorfrühlingsblüher in Laubgehölzen, und Hasenglöckchen (S. non scripta, wilde Hyazinthe), einer verwilderten Hyazinthe ähnlich, bis 0,4 m hoch. Die Herbstmeerzwiebel (S. autumnalis) mit 5-6 Grundblättern, langer, lockerer, bis dreisigblütiger Blütentraube ist verbreitet in S- und W-Europa bis zum Oberelsass, Nordafrika und Vorderasien. Zierpflanzen sind S. bifolia, S. non scripta u.a. - Die S.-Arten stehen unter Naturschutz und unter Handelsverbot. Quelle: Der grosse Brockhaus,
Band 10 RIN-SOK, sechzehnte, völlig neubearbeitete Auflage in zwölf
Bänden, erschienen bei F.A. Brockhaus Wiesbaden 1956 In Hofen an dem Neckarstrand
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